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Frauenselbsthilfe Krebs

Eva Kellerhoff ist eine der beiden Ansprechpartnerinnen für die Selbsthilfegruppe "Frauenselbsthilfe Krebs". Kontakt bekommen Sie über die Selbsthilfe-Kontaktstelle. Hier beschreibt sie aus ganz persönlicher Sicht ihren Blick auf die eigene Geschichte und ihre Selbsthilfegruppe.

Eva Kellerhoff

1. Was bedeutet es für Sie mit der Diagnose Brustkrebs zu leben?
Eva Kellerhoff: Das Leben, so wie ich es bisher kannte, unbeschwert und Hans Dampf in allen Gassen zu sein, war 2010 auf einmal vorbei. Mein altes Leben ist Vergangenheit. Lebensträume werden aufgegeben oder umgeschmiedet. Die psychische Belastung ist für mich und meine Familie immens und stellt uns vor eine große Herausforderung, die wir jeden Tag mal mehr mal weniger gut meistern. Der Rucksack, den man nun ungewollt tragen muss , ist schwer. Es gibt sie diese Heul—Tage, diese „ich sehe keinen Sonnenstrahl am Himmel-Tage!" Und dann sehe ich sie auf einmal wieder. Die Dinge, die das Leben so schön machen. Mein Mann, meine Kinder und Enkel. Eine Postkarte einer guten Freundin, die Rosen im Garten, die jetzt besonders blühen. Nicht zu vergessen, mein persönliches Antidepressivum auf 4 Pfoten, meine beiden Hunde! Mein Motto : Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

2. Welche Rolle kann hier die Selbsthilfe für Betroffene spielen?

Eva Kellerhoff: Hier erkennt man schnell, dass jeder den o.g. Rucksack mal schwerer mal leichter trägt. Die wenigsten kommen ohne Narben durchs Leben. Ich bin nicht allein mit meinen Sorgen und Ängsten. In der Selbsthilfegruppe werde ich verstanden, ohne dass ich umständlich nach Erklärungen suchen muss. In der Selbsthilfegruppe befindet man sich in einem geschützten Raum. Das gesprochene Wort verbleibt in diesem.
Durch den Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, werde ich stärker, weil ich z.b. Arztgespräche nun auf Augenhöhe führen kann, denn ich kann gezielter nachfragen, weil ich durch die Selbsthilfegruppe besser informiert bin. Ich bin mutiger geworden, solange nachzufragen, bis ich genau verstehe, was in meinem Körper passiert.

3. Was ist das Besondere an Ihrer Gruppe?

Eva Kellerhoff: Alle teilen das gleiche Schicksal. Hier finde ich Verständnis für meine besondere Situation. „Meine Frauen“ machen mir Mut. Sie geben mir seelischen Beistand in Krisensituationen, wenn der nächste Angsttermin ansteht. Durch den Erfahrungsaustausch, gibt es auch ganz praktische Hilfe im Gesundheits — und Versorgungswesen. In unsere Gruppe spielt die gesellschaftliche Stellung eine untergeordnete Rolle.

 

Wir sind Mitglied im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen [Mehr]


 
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